Donnerstag, 02. Februar 2012

Thurgauer Zeitung: «Sind auf einem guten Weg»

Beni Bötschi kennt als Unihockey-Trainer der Schule in Erlen und von Floorball Thurgau die Szene bestens. Und der ehemalige Sekundarlehrer stellt den Teams ein gutes Zeugnis aus.

Ruedi Stettler, Thurgauer Zeitung

Seit dem Start der Swiss Unihockey Schule in Erlen im 2005 ist Beni Bötschi dabei. Mittlerweile hat er seinen Job als Sekundarlehrer in Bürglen aufgegeben und ist Profitrainer. Die 12- und 13-Jährigen üben täglich eineinhalb Stunden, teils folgt sogar eine zweite Einheit. Das ergibt pro Woche fünf bis sieben Trainings. Bötschi hat für die Jugendlichen viel Lob übrig: «Sie kommen ja zu uns, weil sie im Sport vorwärts kommen wollen. Und da muss ich eher bremsen als pushen. Aber es ist klar, den Aufwand, den wir betreiben, der ist enorm.»

Die ersten Erfolge haben sich eingestellt. Für die Schweizer U19- Nationalmannschaft haben bereits fünf Burschen aus der Schule Erlen ein Aufgebot erhalten.

Darum darf der 32jährige Übungsleiter festhalten: «Unsere Leistungsstrasse zeigt nach oben. Unsere Bemühungen werden anerkannt. Wir haben einen guten Ruf in der Unihockey-Szene.» Die jetzt 35 Schüler stehen während zwei Jahren im Förderungstraining und können im U12- und U13-Team spielen. Ist diese Zeit vorüber, wählen die Verantwortlichen die besten 10 bis 15 Teilnehmer aus.

Beni Bötschi (Schönholzerswilen) und Assistent Silvan Frischknecht (Weinfelden) dürfen zufrieden sein. Mittlerweile gehören zwei Akteure zum 1.-Liga-Kader von Thurgau. Und sind trotz ihrer Jugend wichtige Stützen. Stefan Wolfer (der Bruder des jetzt bei GC spielenden Thomas) übt schon das Captainamt aus und Luca Altwegg ist der Topskorer.

Das Kader ist mit 24 Spielern erfreulich gross. Weil deshalb immer vier Akteure nur auf der Tribüne Platz finden, birgt das auch Konfliktpotenzial. Bötschi kann beruhigen: «Die akzeptierte Rollenverteilung ist wohl unsere Stärke. Das kam nur dank vielen Einzelgesprächen zustande. Wir treten jetzt als Team auf.»

Einen weiteren Punkt kann der Trainer herausstreichen: «Wir haben jene Partien für uns entschieden, wo es am Schluss eng wurde. Da konnten wir die Nerven im Zaum halten. Das war nicht immer so.» Mit dem Erfolg wurde die Winner-Mentalität ausgeprägter, trotz der letzten Niederlage nach acht Siegen hintereinander.

Weil die Mannschaft viel Qualität aufweist, sieht sich Stürmer Beni Bötschi als einer von nur drei Rechtsauslegern vornehmlich als Coach. Er will nur als Spielertrainer fungieren, wenn es nicht anders geht. Seine Devise lautet: «Im Normalfall werde ich lieber einen Jungen einsetzen als mich.»