Sonntag, 26. Februar 2017

NLB: Floorball Thurgau sichert sich Halbfinal-Qualifikation

Nachdem die erste Mannschaft von Floorball Thurgau die ersten beiden Partien knapp für sich entscheiden konnte, anerbot sich am Donnerstag die Gelegenheit die Serie mit einem weiteren Sieg zu beenden und in den Halbfinal vorzustossen.

Wie in jedem Spiel der Serie startete die Heimmannschaft mit drei Linien in die Partie und versuchte das Tempo so hoch zu halten. Bereits nach etwas mehr als einer Minute durften die Hausherren ihren ersten Treffer der Partie bejubeln. Luca Altwegg konnte den Platz in der Mittelzone ausnutzen und versenkte den Ball mit einem Drehschuss souverän im Netz. In der vierten Minute wurde ein Spieler der Red Devils March-Höfe Altendorf auf die Strafbank geschickt. Bis anhin konnte man aus Thurgauer Sicht in dieser Serie sehr zufrieden mit dem Überzahl- und Unterzahlspiel sein. Auch so am heutigen Abend. Es dauerte nicht allzu lange bis man die Chance ausnützte und mit zwei Toren in Führung gehen konnte. Wer die Serie verfolgt hat, konnte feststellen, dass sich selten eine Mannschaft zu Beginn gleich absetzten konnte. Immer wieder fanden die beiden Teams eine Antwort in Form von Toren. Noch in der selben Minute gelang es der Gästemannschaft den Anschlusstreffer zum 1:2 zu erzielen. Die Red Devils aus Altendorf änderten in ihrem Spiel praktisch nichts und versuchten die Thurgauer Verteidiger immer wieder früh unter Druck zu setzten. Nach einem schönen Konter der Gästemannschaft, musste man in der zehnten Minute den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen. Doch wie so oft in dieser Serie ist, konnten die Mostinder nur gerade 31 Sekunden nach dem Ausgleich wieder in Führung gehen. Ein Schussversuch von Felix Strandljung konnte durch Yannick Rubi unhaltbar abgelenkt werden. In den nächsten zehn Minuten scheiterten jeweils beide Mannschaften an den Torhütern und somit ging es mit der Führung von 3:2 in die erste Pause.

Was sich im Zweiten Drittel in den ersten elf Minuten abspielte, konnte man eigentlich kaum glauben. Auf Seiten der Heimmannschaft passte während diesen Minuten alles zusammen was zusammen passen musste. Man war vor dem Tor eiskalt, spielte jeden Kontor zu Ende und liess dem Gegner nicht den Hauch einer Chance. In diesen angesprochenen elf Minuten wurde der Gegnerische Torhüter gleich sechs mal in Folge bezwungen. So eine Situation hat es bis anhin in dieser Viertelfinalserie so noch nicht gegeben: eine Mannschaft führt mit sieben Toren und einem Zwischenstand von 9:2. Die Gäste fanden in dieser Zeit kein Rezept gegen die anstürmenden Thurgauer die sich regelrecht in einen Rausch gespielt hatten. Jede der drei Linien war mindestens einmal oder mehrmals erfolgreich und die Torschützen wechselten sich schön ab. Nach diesen elf extrem starken Minuten von Floorball Thurgau, schien es als ob man einen Gang herunter geschaltet hatte. Kurz vor Ende des zweiten Drittels musste man auf Seiten der Heimmannschaft den einzigen Treffer der Gäste in diesen zwanzig Minuten zum 9:3 Pausenstand hinnehmen. 

Kurz nach Wiederanpfiff wurde das „Stängeli“ durch Nico Gröbli auf Zuspiel von Luca Altwegg erzielt. Viele der Zuschauer waren überzeugt, dass der Mist eigentlich geführt sein sollte. Da kann doch nichts mehr anbrennen, wenn man mit sieben Toren in Führung liegt. Doch all diese Zuschauer wurden eines Besseren belehrt. Es ist Playoff-Zeit und eine Partie ist erst dann zu Ende, wenn der Schiedsrichter die Partie abpfeift. Die Gästemannschaft wollte sich nicht einfach so leicht geschlagen geben und nahm in der Folge jede sich anbietende Situation um einen Abschluss zu kreieren. Was im zweiten Drittel noch der Heimmannschaft von Thurgau vorbehalten war, gelang nun auf Seiten der Gäste. In regelmässigen Abständen erzielte man Treffer um Treffer. Die Mostinder waren in dieser Phase des Spiels nicht wieder zu erkennen. Es wurden keine Schüsse geblockt und man liess die Gäste ungestört agieren. Auf Seiten der Red Devils war es immer wieder Daan van Welie der auf Zuspiel von Jarkko Aavaharju erfolgreich war. Bis fünf Minuten vor Schluss kamen die Gäste so bis auf drei Tore heran. Nach diesem 10:7 hatte man auf Seiten der Heimmannschaft genug und versuchte mittels eines Time-Outs und Umstellungen für die letzten fünf Minuten der Partie neue Impulse zu setzten. Nur gerade 42 Sekunden nach diesem Time-Out konnte die Heimmannschaft mit einem erfolgreichen Freistoss die Führung wieder ausbauen. Die Gäste aus Altendorf versuchten nochmals alles in den letzten Minuten, um nicht dreimal hintereinander als Verlierer vom Feld gehen zu müssen. Die Roten Teufel spielten von nun an mehrheitlich ohne Torhüter und nahmen Abschluss um Abschluss. Und dies mit Erfolg. Es brennte jeweils regelrecht im Slot der Heimmannschaft und so kamen die Gäste 13 Sekunden vor Schluss bis auf ein Tor heran. Die Spannung war förmlich greifbar. Ein Grossteil der Augenzeugen konnte wohl kaum fassen, was da gerade vor sich ging. Während die Red Devils bis zum letzten Atemzug kämpften, hatten die Thurgauer den Dienst komplett eingestellt. So konnten die Hausherren froh sein, als der Schiedsrichter die Partie abpfiff und die Halbfinalqualifikation feststand. 

Will man in der kommenden Serie erneut als Sieger von Platz gehen, gibt es für die Jungs um Coach Daniel Costa noch eine Menge Arbeit in den kommenden zwei Wochen. Wir freuen uns bereits jetzt auf die kommenden Spiele und eine lange Playoff-Zeit... #hoppthurgau 

Hier geht's zu den Video-Highlights (21 TORE!)

   
Floorball Thurgau - RD March-Höfe Altendorf 11:10 (3:2, 6:1, 2:7)
Paul Reinhart Halle, Weinfelden. 344 Zuschauer. SR Scherrer/Zähnler.
Tore: 2. L. Altwegg (F. Strandljung) 1:0. 5. M. Jolma (M. Lax) 2:0. 5. J. Aavaharju (V. Rikala) 2:1. 10. D. van Welie (V. Rikala) 2:2. 11. Y. Rubi (F. Strandljung) 3:2. 21. J. Königshofer (S. Lienert) 4:2. 26. S. Lienert 5:2. 27. M. Jolma (S. Lienert) 6:2. 28. L. Altwegg (Y. Rubi) 7:2. 29. D. Wattinger (C. Krucker) 8:2. 32. S. Beerli (C. Krucker) 9:2. 39. V. Rikala (D. van Welie) 9:3. 42. N. Gröbli (L. Altwegg) 10:3. 43. M. Romer (S. Forrer) 10:4. 45. D. van Welie (J. Aavaharju) 10:5. 50. D. van Welie (J. Aavaharju) 10:6. 56. D. van Welie (J. Aavaharju) 10:7. 56. S. Wachter (C. Krucker) 11:7. 59. P. Bamert (S. Forrer) 11:8. 60. D. van Welie (S. Forrer) 11:9. 60. S. Forrer (P. Bamert) 11:10.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Floorball Thurgau. 2mal 2 Minuten gegen RD March-Höfe Altendorf.

Simon Wachters (vorne, Nr. 12) Treffer war in der Endabrechnung wichtiger, als dies wohl viele vermutet haben... (Foto: Floorball Thurgau)