Montag, 20. Februar 2017

NLB: Erfolgreicher Playoff-Auftakt gegen die Red Devils

Floorball Thurgau gewinnt die ersten beiden Spiele der Playoff-Viertelfinalserie gegen die Red Devils. So haben die Ostschweizer bereits am kommenden Donnerstag die Chance, vor heimischem Publikum die Halbfinal-Qualifikation sicherzustellen.

Im ersten Spiel, welches am Samstag in der heimischen Paul-Reinhart-Halle ausgetragen wurde, stand nach 60 Minuten Spielzeit kein Sieger fest. Die erste Mannschaft von Floorball Thurgau zeigte jedoch, dass man unbedingt den ersten Sieg dieser Best-of-Five-Serie holen wollte. Beide Mannschaften starteten hoch konzentriert und fokussiert in die Partie und tasteten sich zu Beginn noch etwas ab. Niemand wollte zuviel riskieren oder einfache Fehler begehen. Aus diesen Gründen dauerte es 13 Minuten bis auf der Anzeigetafel das erste Nennenswerte passierte. Nach einem Thurgauer Ballverlust in der eigenen Zone reagierten die Roten Teufel aus March-Höfe Altendorf schnell und konnten so in Führung gehen. Bis zu diesem Zeitpunkt besass allerdings die Heimmannschaft mindestens drei hundertprozentige Chancen und hätte eigentlich in Führung gehen müssen. Der Gegner versuchte, wie schon in den zwei Meisterschaftsspielen die Thurgauer Verteidiger früh unter Druck zu setzten. Mehrheitlich konnte man sich jedoch von diesem Druck schnell befreien. Nach rund 16 Minuten anerbot es sich der Heimmannschaft zum ersten Mal in numerischer Überzahl zu agieren. Der Ball zirkulierte sehr schnell in den eigenen Reihen und der Druck auf das gegnerische Gehäuse wurde grösser und grösser. So war es Nico Gröbli der mit einem satten Schuss aus spitzen Winkel dem Torhüter keine Chance liess und so die Thurgauer zum ersten Mal jubeln konnten. Mit diesem 1:1 ging es zum ersten Pausentee.      

Anfangs des zweiten Abschnittes passte auf Seiten der Heimmannschaft nicht wirklich viel zusammen. Man war kaum in der Lage eine Kombination bis in die gegnerische Zone fertig zuspielen. Somit blieben auch die gefährlichen Torabschlüsse aus. Die Konzentration der Heimmannschaft liess zu wünschen übrig und man fing an einfache Fehler in der eigenen Platzhälfte zu machen. Oder anders gesagt, es wurden regelrecht Geschenke an die gegnerische Mannschaft gemacht. In der 28 Minute des Spiel konnten die Roten Teufel ein solches Geschenk eiskalt ausnutzen und wieder in Führung gehen. Nach einer überstandenen Unterzahl-Situation dauerte es nicht lange und schon wieder musste ein Thurgauer Spieler die Strafbank drücken. Die Red Devils kamen aber kaum zu gefährlichen Abschlüssen. Jedoch wurde die Heimmannschaft durch einen schnell ausgetragenen Freistoss aus der eigenen Ecke erneut eiskalt erwischt und musste zum ersten Mal einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher rennen. Nach einem Energie-Anfall von Mikael Lax konnte man wenigstens noch den Anschlusstreffer zwei Minuten vor Drittelsende erzielen. Doch mehrheitlich passte in diesen 20 Minuten nicht wirklich viel zusammen.  

In den dritten Durchgang startete die Heimmannschaft in Unterzahl, da ein Thurgauer Spieler kurz vor Ende des zweiten Drittels noch eine Strafe geholt hatte. Diese Strafe konnte man jedoch ohne weiteren Gegentreffer überstehen. Nach dieser abgelaufenen Strafe stellten die Mostinder ihre Linien etwas um und spielten von nun an nur noch mit deren zwei Formationen. In der 47. Minute durfte die Heimmannschaft zum zweiten Mal am diesem Abend in Überzahl agieren. Wie schon im ersten Überzahlspiel konnte auch dieser Versuch in ein Tor umgemünzt werden. Nach einem Querpass auf Luca Altwegg, zog dieser mit einem seiner gefürchteten Schüsse ab und versorgte den Ball in den Maschen. Nach langer Zeit war die Partie wieder ausgeglichen 3:3. Für die Heimmannschaft kam es nach nur 88 Sekunden nach dem Ausgleichstreffer noch besser. Erstmals am heutigen Abend konnte eine Kombination über drei Stationen zu Ende gespielt werden und wieder durch Luca Altwegg auf Zuspiel von Nico Gröbli vollstreckt werden. Zünder des Führungstreffer zum 4:3 war jedoch Felix Strandljung der mit seinem Antritt und dem darauffolgenden Querpass diese Chance erst eröffnete. Alles was nun in den ersten 50. Minuten dies Spiels gefehlt hatte, konnte man meinen müssten die beiden Mannschaften noch nachholen um den Zuschauern einen richtigen Playoff-Fight zeigen zu können. Nach der erstmaligen Führung der Heimmannschaft konnten die Gegner nach nur 15 Sekunden die Partie wieder ausgleichen. Und für die roten Teufel kam es noch besser und die Partie wurde in weiteren 26 Sekunden wieder zu ihren Gunsten gedreht. Die Thurgauer versuchten nun alles Mögliche um nicht als Verlierer vom Platz gehen zu müssen. Jedoch scheiterten sie immer wieder mit ihren Versuchen. Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit dachte sich Simon Wachter, gib dem Ball die Chance um den Weg ins Tor zu finden. Genau dieser Abschluss landete über Umwege im gegnerischen Gehäuse und die nun hochspannende Partie war wieder ausgeglichen. Doch wie der Führungstreffer hielt auch dieser Ausgleichstreffer nicht lange und nach 27 Sekunden ging der Gegner wieder mit einer Länge in Front. Nach dem anschliessendem Time-Out eine Minute vor Schluss musste man alles auf eine Karte setzten und spielte nun vermehrt ohne Torhüter. Das Risiko zahlte sich sechs Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit aus. Simon Wachter spielte einen sehr satten Pass schon fast auf der Grundlinie zu Nico Gröbli und dieser liess sich nicht nervös machen und versorgte den Ball zum 6:6. Bei den etlichen Ausgleichen und Führungstreffer konnte man noch nicht von Momentum sprechen. Doch jetzt war klar, das Momentum lag nun definitiv auf Seiten der Heimmannschaft. Es kam so wie es kommen musste. Nach nur 25 Sekunden konnten die Thurgauer den ersten Sieg in dieser Serie bejubeln. Nach einem guten Pressing, reagierte Nico Gröbli blitzschnell und konnte den Ball unter der Latte versorgen. Nach diesen hochspannenden Schlussminuten können wir gespannt auf die nächsten Partien sein. 

Hier gibts alle Highlights im des Thrillers im Video

Wer lieber auf Standbilder setzt, der findet hier tolle Fotos zum Heimsieg

Abnützungskampf am Sonntag für sich entschieden

Nur gerade wenige Stunden später standen sich die beiden Mannschaften wieder an einer anderen Austragungsstätte gegenüber. Am Vortag tasteten sich die Mannschaften langsam an das Spielgeschehen heran, doch am Sonntagabend ging es mit dem Anpfiff gleich richtig zur Sache. Die sehr offensiv stehende Heimmannschaft versuchte die Thurgauer gar nicht erst in das Spiel hinein kommen zu lassen und zerstörten regelrecht das gegnerische Aufbauspiel. In den ersten Minuten kamen beide Mannschaften zu einigen guten Abschluss-Versuchen, jedoch musste man sich bis in die neunte Spielminute gedulden, bis die erste Mannschaft jubeln konnte. Die Gäste aus dem Thurgau waren mit einem schnell vorgetragenen Konter in der neunten Minute zum ersten Mal erfolgreich. Nico Gröbli bediente Luca Altwegg und dieser hämmerte den Ball zum 0:1 in die Maschen. Die Führung hielt jedoch nicht lange an. Die Bilder glichen denen des Vortags. Kaum hat eines der beiden Mannschaften ein Tor erzielt, liess die andere Mannschaft nicht lange mit einer Antwort auf sich warten und so konnte die Heimmannschaft das Spiel in der zehnten Minute ausgleichen. Kurze Zeit später wurde ein Spieler der Red Deviels Mach-Höfe Altendorf auf die Strafbank verwiesen und somit konnte die Gästemannschaft aus dem Thurgau mit einem Mann mehr spielen. Wie schon am Samstag im Heimspiel funktionierte das Überzahlsspiel sehr gut auf Seiten der Thurgauer und man fand den freien Mann in der Mitte in Person von Mikko Jolma. Dieser konnte relativ unbedrängt zum 1:2 einschiessen. Aber auch diese Führung hielt nicht lange Bestand und die Heimmannschaft konnte in der 15. Minuten wieder ausgleichen. Mit einem Zwischenstand von 2:2 gingen die beiden Teams in die Pause. 

Kurz nach Anpfiff war es wieder der Finne Mikko Jolma der die Thurgauer in Führung bringen konnte. Mit einem schönen Schuss in den oberen Torwinkel bezwang er den gegnerischen Torhüter. Doch zwischen den beiden Mannschaften änderte sich nach wie vor nichts. Nach dem Führungstreffer konnte die Heimmannschaft das Spiel nach zwei Minuten wieder zum 3:3 ausgleichen. Es dauerte bis in die 27. Minute des Spiels bis die Zuschauer wieder ein Tor zu sehen bekamen. Die Roten Teufel konnten zum ersten Mal an diesem Abend in Führung gehen. Doch diese Führung hielt nicht lange an und die Mostinder konnten nach weiteren 50 Sekunden durch Cyrill Krucker wieder ausgleichen. Für die Gäste aus dem Thurgau kam es noch besser und man konnte zum ersten Mal eine Zwei-Tore-Führung bejubeln. In der Folge waren beide Mannschaften jeweils noch einmal erfolgreich und mit einem Zwischenstand von 5:7 ging es in die zweite Pause.  

Im dritten Drittel schien es, als ob die Roten Teufel ihre Energie langsam verbraucht hätten. Es war nicht so, dass die Heimmannschaft nicht mehr zu Chancen gekommen ist, nur waren die Thurgauer etwas frischer und konnten kontinuierlich Treffer um Treffer erzielen. Bis zur 58. Minute durften die Ostschweizer gleich fünf Treffer bejubeln und auf Seiten der Heimmannschaft brachte man lediglich ein Tor zustande. Somit führten die Gäste aus dem Thurgau zwei Minuten vor Schluss mit einem dicken Polster von sechs Toren. Was zwischenzeitlich das 6:12 bedeutete. In den letzten zwei Spielminuten liess man den Thurgauer Schlussmann Claudio Thoma etwas im Stich und dieser musste noch zwei Mal hinter sich greifen. In der Endabrechnung bedeutet dies das 8:12. Mit diesen zwei Siegen vom Wochenende, sind die Thurgauer noch einen Sieg von den Playoff-Halbfinals entfernt. Das nächste Spiel findet am kommenden Donnerstag, 23. Februar 2017 in der Paul-Reinhart-Halle in Weinfelden statt. Anpfiff ist um 20:00 Uhr. #hoppthurgau 

Floorball Thurgau - RD March-Höfe Altendorf 7:6 n.V. (1:1, 1:2, 4:3, 1:0)
Paul Reinhart Halle, Weinfelden. 412 Zuschauer. SR Bühler/Bühler.

Tore: 13. P. Bamert 0:1. 18. N. Gröbli (M. Lax) 1:1. 28. V. Rikala 1:2. 36. P. Bamert (D. van Welie) 1:3. 39. M. Lax (M. Jolma) 2:3. 48. L. Altwegg (M. Lax) 3:3. 49. L. Altwegg (N. Gröbli) 4:3. 50. P. Bamert (S. Forrer) 4:4. 50. V. Rikala 4:5. 57. S. Wachter 5:5. 57. P. Heyne (D. van Welie) 5:6. 60. N. Gröbli (S. Wachter) 6:6. 61. N. Gröbli (M. Lax) 7:6.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Floorball Thurgau. 2mal 2 Minuten gegen RD March-Höfe Altendorf.

RD March-Höfe Altendorf - Floorball Thurgau 8:12 (2:2, 3:5, 3:5)
Mehrzweckhalle, Altendorf. 275 Zuschauer. SR Scherrer/Zähnler.

Tore: 9. L. Altwegg (N. Gröbli) 0:1. 10. S. Forrer (M. Gwerder) 1:1. 13. M. Jolma (L. Altwegg) 1:2. 15. J. Aavaharju (M. Mäder) 2:2. 22. M. Jolma (S. Lienert) 2:3. 24. P. Bamert (J. Aavaharju) 3:3. 28. M. Bisig (J. Aavaharju) 4:3. 28. C. Krucker (M. Ausderau) 4:4. 33. M. Ausderau (S. Schweizer) 4:5. 36. M. Jolma (F. Strandljung) 4:6. 37. M. Gwerder (M. Schmid) 5:6. 38. M. Jolma (M. Lax) 5:7. 43. C. Krucker (S. Beerli) 5:8. 49. M. Jolma (M. Lax) 5:9. 52. J. Aavaharju (V. Rikala) 6:9. 57. S. Wachter (N. Gröbli) 6:10. 57. S. Lienert (M. Jolma) 6:11. 59. Y. Rubi (N. Gröbli) 6:12. 60. P. Bamert (S. Forrer) 7:12. 60. L. Wildhaber (A. Ruoss) 8:12.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen RD March-Höfe Altendorf. 3mal 2 Minuten gegen Floorball Thurgau.

Floorball Thurgau hatte am ersten Playoff-Wochenende gut jubeln (Foto: Floorball Thurgau/Schmuki)